Zwei Adern bleiben für Versorgung und Bezug reserviert.
Im Tasterplan-Modell werden innerhalb einer gemeinsamen Bedienstelle grundsätzlich zwei Adern für Hilfsspannung bzw. Bezugspotential vorgesehen. Je Tastkontakt kommt eine Signalader hinzu.
Verkabelungsempfehlung
Tasterplan betrachtet die Wandtaster als Signalgeber für geeignete KNX-, Loxone- oder SPS/DDC-Eingänge. Die Leitungsempfehlung folgt deshalb einem klaren Adermodell – nicht nur der Anzahl sichtbarer Wippen.
Im Tasterplan-Modell werden innerhalb einer gemeinsamen Bedienstelle grundsätzlich zwei Adern für Hilfsspannung bzw. Bezugspotential vorgesehen. Je Tastkontakt kommt eine Signalader hinzu.
Geplant wird mit 0,8 mm Leiterdurchmesser. Die kleinste Leitung, die den berechneten Aderbedarf abdeckt, ist die Mindestempfehlung. Reserve wird sichtbar ausgewiesen.
Ob ein Eingang gegen +, −, intern gespeist oder potentialfrei ausgewertet wird, bestimmt das konkrete I/O-Modul. Tasterplan dimensioniert die Leitung; die endgültige Klemmenbelegung folgt dem Herstelleranschlussbild.
Abhängigkeiten
Die Bedienlogik in der Automation – Toggle, Dimmen oder Szene – benötigt nicht automatisch zusätzliche Adern. Entscheidend sind die physischen Kontakte und zusätzliche Anzeige- oder Versorgungssignale.
Einmal pro elektrisch gemeinsamer Bedienstelle bzw. gemeinsamer Leitungsführung.
Jeder unabhängig ausgewertete mechanische Kontakt erhält eine eigene Signalader.
Nur wenn ein geeignetes Anzeigeelement mit geprüftem Versorgungskonzept tatsächlich vorgesehen ist.
Kurz/Lang, Toggle, Dimmen oder Jalousielogik entsteht im Controller und ändert die Zahl der mechanischen Kontakte nicht.
Freie Adern werden nicht „verplant“, sondern als Reserve dokumentiert.
Beispiele
Die folgenden Werte verwenden das Tasterplan-Anschlussmodell. Bei mehreren Einsätzen in derselben Bedienstelle wird die gemeinsame Basis nur einmal gezählt.
2 Basis + 1 Tastsignal + 1 Kontrollader + 4 Tastsignale = 8. Damit ist J-Y(St)Y 4×2×0,8 vollständig belegt. Für zusätzliche Reserve wäre die nächstgrößere Leitung zu prüfen.
Aderkennzeichnung
Bei 2×2-Ausführungen werden typischerweise Rot/Schwarz und Weiß/Gelb als Paare geführt. Tasterplan bevorzugt Rot/Schwarz dort als +/−-Paar. Diese Konvention darf aber nicht blind auf größere J-Y(St)Y-Leitungen übertragen werden.
Bei 4×2 und größeren Leitungen gilt eine andere Aderkennzeichnung. Maßgeblich sind Leitungstyp, Herstellerkennzeichnung und dokumentierter Klemmenplan.
No-Gos
Das Modell gilt für die Signal-/Kleinspannungsanbindung an geeignete Automations-Eingänge. Netzspannungsinstallationen sind getrennt zu planen.
Sie ersetzen weder Signalader noch Schutzleiter. Die Schirmbehandlung richtet sich nach dem System- und EMV-Konzept.
Rot/Schwarz als +/− ist eine Tasterplan-Konvention für passende 2×2-Leitungen, kein universeller Farbcode aller J-Y(St)Y-Ausführungen.
Anzeigeelement, Spannung, Stromart und Ausgang müssen zusammenpassen. Eine zusätzliche Statusader bedeutet noch keine elektrische Freigabe.
Versorgung und Bezug dürfen nur zusammengefasst werden, wenn die verwendeten Eingänge und Netzteile dies ausdrücklich erlauben.
Spannungsfall, Eingangsstrom, Schaltschwellen, EMV und Herstellergrenzen des Controllers bleiben projektspezifisch zu prüfen.
Montage
Mehr Adern bedeuten mehr Klemmen, Schlaufen und Platzbedarf. Die hier verwendeten Gira-Einsätze liegen teilweise bei 32 mm Einbautiefe; beim 3147 weist Gira ausdrücklich auf tiefe Gerätedosen hin. Bei vier Tastkontakten und größeren Leitungen sollte die Reserve deshalb nicht nur elektrisch, sondern auch mechanisch geplant werden.
Tasterplan liefert eine strukturierte Planungsempfehlung. Die endgültige Auswahl von Leitung, Schutzmaßnahme, Verlegeart, Trennung, Klemmenbelegung und Inbetriebnahme muss zur konkreten Anlage und den Herstellerunterlagen passen.
Technische Basis